Reissiger, Carl Gottlieb » Neumann (1854)

Neumann (1854)

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Schon auf der Schule zog seine musikalische Befähigung die Augen der Lehrer auf sich; nicht nur hatte er eine vortreffliche Stimme, die er wohl anzuwenden verstand, sondern er war auch ein fertiger Orgel- und Klavierspieler und versuchte sich bereits in der Komposition. Nachdem er im Jahre 1818 die Universität bezogen hatte, um Theologie zu studieren, waren es besonders einige seiner Kompositionen, welche den bekannten Schicht veranlaßten, ihn unentgeltlich in der Kompositionslehre zu unterrichten und ihn in die höheren Regionen der Tonkunst einzuführen. Das bestimmte Reissiger, dem Studium der Theologie zu entsagen, und sich ganz und gar der Musik zu widmen: ein Entschluß, den er nie zu beklagen hatte, über den wir jedoch die lebhafteste Freude zu empfinden haben. Schicht hatte mit scharfem Auge die große Befähigung Reissigers erkannt und bemühte sich, dem wenig bemittelten jungen Manne auch in materieller Beziehung die Unterstützung zu Teil werden zu lassen, deren er bedurfte, wollte er auf dem neu betre-tenen Wege gut vorwärts kommen. Es gelang seinen unablässigen Bemühungen, Reissiger eine drei Jahre dauernde Unterstützung zu verschaffen, und mit dieser ging Reissiger im Jahre 1821 nach Wien, wo er seine Studien fortsetzen wollte.

Hier komponierte er seine erste Oper, „Das Rockenweibchen“, welche indes nicht zur Aufführung kam, da der Text der Zensur nicht paßte.

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07. 12. 2013 von Christian