{"id":169,"date":"2014-02-13T14:05:45","date_gmt":"2014-02-13T13:05:45","guid":{"rendered":"http:\/\/reissiger-stiftung.de\/?page_id=169"},"modified":"2014-02-13T14:05:45","modified_gmt":"2014-02-13T13:05:45","slug":"kreiser-kindheit-und-jugend","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/reissiger-carl-gottlieb.de\/?page_id=169","title":{"rendered":"Kreiser, Kindheit und Jugend"},"content":{"rendered":"<div class=\"notiz-s\">auf Seiten 3\/4:<\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">Kapitel 1.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Kinderzeit in Belzig.<\/h3>\n<p>C. G. Reissiger entstammt einem Hause, in (welchem die Musik Lebens; Lebenselement war. Am 31. Januar 1798 wurde er als Sohn des \u201eHerrn Christian Gottlieb Reissiger, wohlbestallter Direktor Musices und Kantor, wie auch Schulkollega\u201c in dem kleinen St\u00e4dtchen Belzig, unweit Wittenberg, geboren. Schon der Gro\u00dfvater hatte der edlen Frau Musika gedient, der Vater aber konnte sogar drei vollst\u00e4ndige Sinfonien zum Druck bringen, &#8230;<br \/>\nEr (der Vater) lebte noch bis 1839 in Brandenburg, wohin er sich zur\u00fcckgezogen hatte. Seine musikalische Ausbildung hatte er einst bei keinem Geringeren als dem beliebtesten Theoretiker der Zeit, Daniel T\u00fcrk, dem Lehrer Carl Loewes, in Halle genossen. Der Name b\u00fcrgt f\u00fcr einen soliden Unterricht, welchen dann der Vater auch auf den Sohn, unseren Meister, \u00fcbertrug. Es schlie\u00dft sich gewisserma\u00dfen ein Kreis, die Dresdner, der Kreuzkantor Homilius und der Hofkapellmeister Naumann, waren die Lehrer T\u00fcrks, welcher wiederum der Lehrer Christian Reissigers wurde, dessen Sohn und Sch\u00fcler C. G. Reissiger wieder Dresdner Hofkapellmeister wurde.<br \/>\nLetzterer hatte mit seinem Bruder Friedrich August die musikalische Begabung geerbt. Schon von fr\u00fcher Kindheit an erhielt Carl von seinem Vater Unterweisung in Klavier- und Violinspiel. Er zeigte sich so talentiert, da\u00df er mit zehn Jahren schon \u00f6ffentlich auf dem Klaviere vortragen konnte. Ja Sonntags durfte er sogar die Gemeinde auf der Orgel begleiten. Doch, der Vater hatte nicht die Absicht, einen Musiker aus ihm zu machen, obwohl er von befreundeten Fachleuten dazu aufgefordert wurde. Da er kein Verm\u00f6gen hatte, wollte er die S\u00f6hne lieber gesichertere Lebensstellungen einnehmen sehen. Sein Wunsch war, da\u00df der \u00c4lteste Theologe w\u00fcrde. Zu diesem Zwecke aber mu\u00dfte er an eine andere Vorbildungsanstalt, als die Heimatstadt bot, denken, und er fa\u00dfte die altber\u00fchmte Thomasschule in Leipzig ins Auge.<!--nextpage--><\/p>\n<div class=\"notiz-s\">auf Seiten 4-6:<\/div>\n<p style=\"text-align: center;\">Kapitel 2.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Aufenthalt in Leipzig.  1811-1821<\/h3>\n<p>Zu Ostern 181l verlie\u00df Carl Gottlieb, l3 Jahre alt, das romantisch gelegene heimatliche St\u00e4dtchen mit seinem alten Bergschlo\u00df Eisenhard, an welches er in sp\u00e4terer Zeit noch so gern erinnerte, und begab sich, vom Vater geleitet, nach der Stadt des Thomaskantors. Der Vater erstrebte, damit ihm die Ausbildung nicht zu teuer w\u00fcrde, die Aufnahme des Sohnes als Alumne. Dies war aber u. a. von musikalischer Begabung und einer guten Stimme sowie von einer schul\u00e4rztlichen Untersuchung abh\u00e4ngig, welche die vollkommene Gesundheit des Aufzunehmenden festzustellen hatte. Die letztere Bedingung konnte insofern augenblicklich erf\u00fcllt werden, als von den Folgen eines in fr\u00fcher Kindheit erlittenen Bruches des linken Schl\u00fcsselbeins und damit zusammenh\u00e4ngender Ersch\u00fctterung der Halsnerven vorl\u00e4ufig nichts mehr zu bemerken war. Die musikalischen F\u00e4higkeiten wurden durch eine Pr\u00fcfung, die der damalige (seit 1810) Thomaskantor Schicht vernahm, erwiesen. Er lie\u00df den Kleinen eine Arie: \u201eSingt dem g\u00f6ttlichen Propheten\u201c a prima vista singen. Die Probe verlief g\u00fcnstig, und der Vater war gl\u00fccklich, da\u00df der Sohn gleich von Anfang an ins Alumneum aufgenommen werden konnte. So hatte seine ausgezeichnete Stimme dem kleinen Reissiger schon hier den Lebensweg bahnen helfen. &#8230;<br \/>\nMit Reissiger konnte Rektor Rost aber auch in wissenschaftlicher Beziehung zufrieden sein. Schon nach einem halben Jahre bekam er eine Pr\u00e4mie als flei\u00dfiger Sch\u00fcler. W\u00e4hrend der ferneren Schulzeit in der Thomana (bis l. April l8l8) erhielt er noch vier Pr\u00e4mien, und es hei\u00dft, da\u00df er wegen seines Flei\u00dfes ein Liebling der Lehrer war. Besonders in den alten Sprachen soll er sich ausgezeichnet haben. F\u00fcr seine innere musikalische Bildung konnte es nichts Geeigneteres gehen, als als Mitglied im altber\u00fchmten Thomanerchore zu wirken. &#8230;<br \/>\nReissiger hatte das Gl\u00fcck gehabt, eine von den zwei sogenannten \u201eRatsdiskantistenstellen\u201c zu erhalten. Sie gew\u00e4hrten dem Inhaber den Vorteil, von dem anstrengenden Kurrendesingen in den Stra\u00dfen befreit zu sein und daf\u00fcr mehr Zeit f\u00fcr die Studien zu behalten. Der andere Ratsdiskantist zu Reissigers Zeit war Stallbaum, der sp\u00e4tere bekannte Rektor der Thomana. &#8230;<br \/>\nReissigers musikalische Begabung war nach den ersten Jahren zu auffallend geworden, um von einem Manne wie Schicht nicht erkannt zu werden. Nachdem Reissiger zum Altsolos\u00e4nger aufgegr\u00fcckt war, wurde Schicht mehr auf ihn aufmerksamm und bot ihm freien Klavierunterricht an. Wie erstaunte er aber, als er h\u00f6rte, da\u00df Reissiger sich w\u00e4hrend der Freistunden der Schule heimlich auch schon mit Musiktheorie befasst hatte. &#8230;<br \/>\nSchicht gab ihm nun auch nebenher manche Unterweisung in Komposition, so da\u00df Reissiger, als er 1816 Pr\u00e4fekt einer Chorabteilung geworden war, und damit das Recht erlangt hatte, dem Chor eine eigene Motette vorzulegen, schon recht talentierte Proben abgeben konnte, die der Chor in der Sonnabendmotette auff\u00fchrte. Dies alles geschah aber noch ohne die Absicht, sich der Musik einmal ganz zu widmen. Mancher Seelenkampf wird sich indessen in der Brust des jungen, bereits aufgef\u00fchrten Tonsetzers abgespielt haben, zumal sich in den letzten Schuljahren sein musikalischer Gesichtskreis noch erweitern konnte. Er geh\u00f6rte n\u00e4mlich zu den auserw\u00e4hlten S\u00e4ngern des Chores, welche im Abbonementskonzert des Gewandhauses mitwirken durften, und dabei lernte er nun auch die weltliche Musik kennen.<!--nextpage--><\/p>\n<div class=\"notiz-s\">auf Seiten 7-8:<\/div>\n<p>Bald kam das Jahr 1818, wo er das Gymnasium verlassen konnte. Wie er sich in den Schuldisziplinen bew\u00e4hrt hatte, bezeugt das vorliegende, von Rost unterzeichnete Abgangszeugnis &#8230;.<br \/>\nDem Willen des Vaters folgend, schickte er sich zun\u00e4chst an, die theologischen Vorlesungen der Universit\u00e4t zu belegen. Da er sich seinen Unterhalt aber haupts\u00e4chlich durch die Musik verdienen mu\u00dfte, kam er in immer engere Beziehungen zur Kunst. Er gab Klavier- und Orgelunterricht, sang und spielte in Leipziger Familien. Unter seinen damaligen Sch\u00fclerinnen befand sich u. a. Henriette Kuntze, die sp\u00e4ter als Frau Voigt in ihrem Musiksalon in Leipzig alle bekannten Gr\u00f6\u00dfen des musikalischen Himmels begr\u00fc\u00dfte und besonders durch Robert Schumann bekannt geworden ist. Ihr widmete Reissiger sp\u00e4ter sein siebentes Trio. Er wurde ferner Solos\u00e4nger im Gewandhauskonzert und spielte auch abwechselnd Violine und Bratsche im Orchester mit. Das Violinspiel hatte er ja, wie wir schon wissen, im Elternhause zu erlernen begonnen und dann in der sp\u00e4teren Schulzeit weiter gepflegt.<br \/>\nSchicht erhielt Kenntnis von zwei neuen Motetten Reissigers. Die Beherrschung des Satzes (stellenweiste achtstimmig und fugiert) sowie der wirksame Aufbau bestimmten ihn, dieselben an Breitkopf &amp; H\u00e4rtel zu empfehlen und sie auch in der Thomaskirche aufzuf\u00fchren. Der Verlag druckte sie 1819 als Op. 2, und Reissiger widmete sie seinem verehrten Lehrer Schicht. Dieser sollte nun fernerhin sein Wohlt\u00e4ter werden. Er redete ihm ernstlich zu, sich der Musik ganz zu widmen und wollte ihm selbst weiteren Kompositionsunterricht unentgeltlich erteilen. &#8230;<br \/>\nSchicht hatte au\u00dferdem einen gro\u00dfen Bekanntenkreis, worunter sehr wohlhabende B\u00fcrger waren, bei denen er sich f\u00fcr Reissiger verwenden wollte. Ferner besa\u00df Schicht eine au\u00dferordentlich umfangreiche Bibliothek, in der alle nur erdenklichen Werke zur Musiktheorie vorhanden waren und die er seinem Lieblingssch\u00fcler wohl sehr gern zur Verf\u00fcgung stellte. Reissiger war nicht schwer zu gewinnen, denn die Theologie hatte er ohnehin nicht mit Leib und Seele betrieben und \u2013 wen die Musik einmal gepackt hat, den l\u00e4sst sie nicht so leicht wieder aus ihren Fesseln. Dazu erhielt er noch eine aufmunternde Kritik in der A. M. Z. f\u00fcr einige neue geistliche Kompositionen, die der Thomanerchor gesungen hatte, und das Gewandhausorchester hatte sogar eine Ouvert\u00fcre von ihm aufgef\u00fchrt, ja, Matth\u00e4i \u00fcberliess ihm schon zeitweilig die Orchesterf\u00fchrung im \u201eGro\u00dfen Konzert\u201c. Er konnte also unter den g\u00fcnstigsten Aussichten die Theologie mit der Musik vertauschen.<!--nextpage--><\/p>\n<div class=\"notiz-s\">auf Seiten 8-9:<\/div>\n<p>Ein Brief aus jener Zeit (8. Juli 1819), in welchem sich Reissiger um das Kantorat in Torgau bewirbt, gibt uns Zeugnis, wie bald er sich in der Musik vervollkommnet hatte. Wir lesen:<br \/>\n\u201eIch h\u00e4tte nicht so lange ges\u00e4umt, in dieser Angelegenheit meine ergebenste Bitte vorzutragen und um die vakante Stelle des Kantorats anzusuchen, h\u00e4tte mich nicht Ungewi\u00dfheit \u00fcber das N\u00e4here, das man bei solchen F\u00e4llen zu wissen n\u00f6tig hat, ebensosehr als die mir von meinen hiesigen G\u00f6nnern und Freunden oft vorgeworfene Bescheidenheit zur\u00fcckgehalten, dieses eifrigst zu tun. Es ist von jeher mein Wunsch gewesen, und ich kann sagen, ich habe stets mit Sehnsucht den Zeitpunkt erwartet, der mir die Gelegenheit darbieten m\u00f6chte, mich ganz dem Fach widmen zu k\u00f6nnen, zu dem ich mich ganz geboren zu sein glaube. Ich komponierte schon in kurzer Zeit f\u00fcr das Thomaschor elf gr\u00f6\u00dfere und kleinere Motetten, nebst sehr vielen Arien, und habe auch in der lnstrumentalmusik gearbeitet, indem ich mehrere Ouvert\u00fcren, deren eine im vergangenen Winter im gro\u00dfen Konzert aufgef\u00fchrt wurde und auch eine Missa schrieb, und fortfahre, Kirchenst\u00fccke zu bearbeiten. Wenn nun von einem Kantor ihrer Stadt, die sich zu den Mittelst\u00e4dten z\u00e4hlt, verlangt wird, n\u00e4chst anderen Kenntnissen nicht allein einem S\u00e4ngerchore gut vorzustehen und es in Flor zu erhalten, sondern auch selbst Kirchenst\u00fccke zu komponieren und anderen in der N\u00e4he befindlichen Kantoren mit gutem Beispiel voranzugehen und selbst mit Rat und Tat in musikalischer Hinsicht zu unterst\u00fctzen, und das mu\u00df wohl verlangt werden, und ich mich diesem Amt gewachsen f\u00fchle, so wollen Sie, Wohlgeborene und Hochgelahrte Herren! es nicht f\u00fcr unbescheiden halten, da\u00df ich mich n\u00e4chst dieser meiner Neigung auch durch die fast gewisse Er\u00f6hung dieser Stelle, die mich, wenn sie auch nicht so gro\u00df sein sollte, wohl zufrieden stellen w\u00fcrde, bestimmen lie\u00df, es zu wagen, und Sie gehorsamst zu bitten, bei Besetzung dieser Stellung auch auf mich R\u00fccksicht zu nehmen, und wenn beiliegende Testimonia mich nicht ganz unw\u00fcrdig schildern sollten. mich Ihrer Wohlgewogenheit und Aufmerksamkeit zu empfehlen.&#8221;<br \/>\nDen darauf vom Rat bestimmten Termin zur Probe konnte Reissiger aber nicht einhalten, da die Mitteilung davon erst nach dem Probetag in seine H\u00e4nde gelangte. \u201eNun aber bin ich\u201c, hei\u00dft es in der Antwort an den Rat vom 28. Juli 1819. \u201ehier durch die Reise des hiesigen Konzertmeisters und ersten Violinisten, Herrn Matth\u00e4i, in Karlsbad gebunden, indem ich dessen officia in der Kirche und Theater \u00fcbernommen habe, weil ich nicht erwartete, da\u00df die Probe so bald vor sich gehen w\u00fcrde. Da er nun leicht unter acht Tagen nicht zur\u00fcckkehren d\u00fcrfte, so bitte ich gehorsamst, wenn es irgend m\u00f6glich ist, die Probe zu v\u00f6lliger Sicherheit auf den 9 t. p. Tr. als den 15. August festzusetzen.\u201c<br \/>\nDer Rat entschied sich infolgedessen nun f\u00fcr den 22. August, aber schon unterm 1. August zog Reissiger seine Bewerbung zur\u00fcck. Er f\u00fcrchtete, die aufreibende Praxis eines Doppelamtes \u2013 der Kantor war zugleich Lehrer \u2013 werde ihn von seinem vorgesteckten Ziele, der Musik allein sich zu widmen, ablenken.<br \/>\n&#8212;&#8212;-<br \/>\nReissiger blieb also zun\u00e4chst noch einige Zeit in Leipzig. Da das Gewandhausorchester zugleich den Theaterdienst mit versah, so bekam er auch hier schon einen Einblick in das musikdramatische Schaffen der Zeit. Die Deutschen, P. v. Winter, Dittersdorf, Schenk, Gyrowetiz, vor allem aber Mozart, wurden von der B\u00fchne gepflegt. Von Italienern und Franzosen h\u00f6rte er Cimarosa, Pa\u00ebr, M\u00e9hul. Die Kammermusik, der er sp\u00e4ter selbst so viele Werke schenken sollte, konnte er in den von Matth\u00e4i eingerichteten Quartettabenden in praxi studieren.<!--nextpage--><\/p>\n<div class=\"notiz-s\">auf Seite 10:<\/div>\n<p>Sein treuer Lehrer und Freund Schicht hatte ihn inzwischen auch nicht im Stich gelassen. Das Verh\u00e4ltnis Reissigers zu ihm war im Gegenteil f\u00f6rmlich das eines Sohnes geworden. Wir werden nicht fehlgehen, wenn wir vermuten, da\u00df Reissiger auch Schicht, der nun schon \u00e4lter war (geb. 1753), in seinen Amtsgesch\u00e4ften unterst\u00fczte und gewi\u00df auch an der vor kurzem erschienenen gro\u00dfen, historisch bedeutsamen Leipziger Choralsammlung (1819) durch seine Assistenz beim Sammeln des Materials beteiligt war. Als Frucht dieser T\u00e4tigkeit k\u00f6nnen wir die Komposition von 300 Chor\u00e4len einige Jahre sp\u00e4ter f\u00fcr Bunsen in Rom ansehen. Sein Versprechen, sich f\u00fcr Reissiger zu verwenden, hatte Schicht in selbstlosester Weise immer zu erf\u00fcllen getrachtet. Nun aber sollte sein edles Streben bald eine herrliche Kr\u00f6nung erfahren. Es war ihm gelungen. von seinem Schwiegersohn Wei\u00dfe und Leipziger und Berliner Bekannten eine gr\u00f6\u00dferer Summe: zu erhalten, die er Reissiger als Stipendium f\u00fcr eine dreij\u00e4hrige Studienreise \u00fcbergab. Wahrlich, so einen Freund zu haben. konne sich Reissiger gl\u00fccklich sch\u00e4tzen. Schicht selbst stellte damit seiner wahren Kunstbegeisterung ein sch\u00f6nes Zeugnis aus. Wie er \u00fcber seinen Sch\u00fctzling dachte, wir haben es schriftlich in der Empfehlung, welche er ihm mit auf die Reise gab: \u201eWenn vielseitige Verdienste in der Musik, Literatur, Unterrichtsmethode und Moralit\u00e4t einen jungen Mann zu einer guten Anstellung berechtigen, so w\u00fcrde zuverl\u00e4ssig Herr Carl Gottlieb Reissiger, geb\u00fcrtig aus Belzig bei Wittenberg, der obigen Anforderungen vollkommen Gen\u00fcge geleistet, eine besondere Auszeichnung und Vorzug vor vielen andren seines Faches verdienen. Da auch gedachter Herr Reissiger ein Z\u00f6gling unserer Thomasschule war und besondere Lust zum Gesange, Orgel- und Pianofortespiel, wie auch zur Komposition bezeigte, so nahm ich keinen Anstend, ihm in diesen Zweigen der Tonkunst besondere Unterweisungcn zu geben. Zu seinem Ruhme und zu meiner Freude machte er darinnen so schnelle Fortschritte, da\u00df man ihn gegenw\u00e4rtig, nachdem er sich nun ganz der Musik gewidmet und noch mehr Zeit auf eigene \u00dcbung hat wenden k\u00f6nnen, unter die Vituosen im Pianoforteapiel, im Gesange, und zu den erfindungsreichen, mit guter Melodie und Harmonie ausger\u00fcsteten Komponisten z\u00e4hlen kann. Beweise seines Flei\u00dfes und ausgezeichneten Talentes hat er schon \u00f6ffentlich abgelegt. Indem von ihm schon mehrere Werke im Stiche bei Breitkopf und H\u00e4rtel und bei Peters crschienen sind und die weit gr\u00f6\u00dfere Zahl seiner Motetten und anderer Tonst\u00fccke sich noch im Manuskript befindet. \u2013 Bescheidenheit, Rechtlichkeit und humanes Betragen sind \u00fcberdies die Grundz\u00fcge seines Charakters.\u201c<br \/>\nSchicht riet ihm, als Ziel zun\u00e4chst Wien ins Auge zu fassen, und so verlie\u00df er denn 1821, nach zehn gl\u00fccklichen Jahren in Leipzig, die gastliche Musenstadt, um auf Reisen seinen Gesichtskreis zu weiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>auf Seiten 3\/4: Kapitel 1. Kinderzeit in Belzig. C. G. Reissiger entstammt einem Hause, in (welchem die Musik Lebens; Lebenselement war. Am 31. Januar 1798 wurde er als Sohn des \u201eHerrn Christian Gottlieb Reissiger, wohlbestallter Direktor Musices und Kantor, wie auch Schulkollega\u201c in dem kleinen St\u00e4dtchen Belzig, unweit Wittenberg, geboren. 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