{"id":225,"date":"2014-02-20T16:01:04","date_gmt":"2014-02-20T15:01:04","guid":{"rendered":"http:\/\/reissiger-stiftung.de\/?page_id=225"},"modified":"2014-02-20T16:01:04","modified_gmt":"2014-02-20T15:01:04","slug":"kreiser-die-letzten-jahre","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/reissiger-carl-gottlieb.de\/?page_id=225","title":{"rendered":"Kreiser, Die letzten Jahre"},"content":{"rendered":"<div class=\"notiz-s\">auf Seiten 87-89 :<\/div>\n<p>Eine Freude erlebte Reissiger im Jahre 185l. Er feierte das 25 j\u00e4hrige Amtsjubil\u00e4um, wobei er vom Orchester einen silbernen Taktsiock als \u201eSymbol des echt human in Treue und Pflicht gleichbleibenden Taktes\u201c, \u201edaf\u00fcr, da\u00df er stets das wahre Wohl und die Ehre der Kapelle im Auge gehabt habe\u201c, \u00fcberreicht bekam. S\u00e4mtliche Namen der Mitglieder waren in ihm eingraviert. \u201eEr habe,\u201c hei\u00dft es in dem Begleitschreiben, \u201edie W\u00fcrde (der Kapelle) sowohl im allgemeinen vertreten, als auch jedem Mitgliede im einzelnen vielfache Beweise seiner Freundschaft und t\u00e4tigen F\u00fcrsorge gegeben.\u201c \u201eDie Teilnahme der Kapelle und der Stadt waren mir wahrhaft r\u00fchrend\u201c, schreibt er an Raff. Der K\u00f6nig aber ernannte ihn noch f\u00f6rmlich zum \u201eersten Hofkapellmeister\u201c, nachdem er als solcher bereits immer fungiert hatte. Es ist bezeichnend f\u00fcr die \u00dcbergangszeit, in welcher Reissiger und Weber lebten. Vor Weber hie\u00dfen die ersten italienischen Kapellmeister Oberkapellmeister, Weber lieb \u201eHofkapellmeister\u201c, Reissiger wurde nach f\u00fcnfundzwanzig Jahren \u201eerster Hoikapellmeister\u201c, w\u00e4hrend sein Nachfolger Rietz 1874 zum Generalmusikdirektor ernannt wurde.<br \/>\nEinen Lichtblick f\u00fcr Reissiger bedeutete ferner 1854 die Anwesenheit des gro\u00dfen franz\u00f6sischen Programmkornponisten Berlioz, dem alles aufs beste vorzubereiten Reissiger Ehrensache war. In f\u00fcnf Tagen stellte das Kgl. Orchester in den besonders schweren, koloristischen Werken (Faust, Romeo, Flucht aus \u00c4gypten) in drei Konzerten, zu denen in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Tagen noch eins kann, eine Prachtleistung auf. Das Dresdner Orchester war das geeignetste, um die Werke, welche das Tor zu den Orchester-Klangwundern der Neuzeit bilden, w\u00fcrdig erstehen zu lassen.<br \/>\n&#8212;&#8212;-<br \/>\nBerlioz\u2018 Urteil \u00fcber das Orchester ist allerdings als h\u00f6chst ma\u00dfgebend anzusehen, denn Berlioz war als Verfasser einer der ersten Instrumentationslehren eine erste Autorit\u00e4t. Reissiger, der, wie alle Menschen, durch eine lobende Anerkennung gl\u00fccklich werden konnte, wird unverge\u00dfliche Eindr\u00fccke gewonnen haben. Aus einem der Briefe B\u00fclows an Liszt (6. Mai 1854) erfahren wir nun, da\u00df Reissiger mit Pensionierungsgedanken umging, weshalb man gleich Berlioz als Nachfolger ins Auge fa\u00dfte. jedoch der Plan zerschlug sich wieder und Reissiger blieb noch f\u00fcnf jahre im Amte.<br \/>\nReissigers Kr\u00e4fte nahmen durch einen Raubbau, infolge fr\u00fcherer \u00dcberanstrengungen hervorgerufen\u201a immer mehr ab. so da\u00df er sich in den letzten Jaren auf die Leitung der Kirchenmusik und \u00e4lterer Opern beschr\u00e4nken mu\u00dfte. Trotzdem hat er an der musikalischen F\u00f6rderung Dresdens und seiner Oper noch regen \u00c4nteil genommenn. Die moderne Oper eines Meyerbeer\u201a welcher um die Jahrhundertmitte im Zenit seines Ruhmes stand, erlebte mit dem \u201ePropheten\u201c von 1850 (erste Auff\u00fchrung) bis 1858 f\u00fcnfundsiebzig Auff\u00fchrungen. Der noch unbekannte Verdi wurde von Reissiger 1849 mit \u201eErnani\u201c und \u201eNabucco\u201c (1851) eingef\u00fchrt. Den von reissiger 1828 in Dresden erstaufgef\u00fchrten \u201eOberon\u201c Webers konnte Reissiger nach mehreren Neueinstudierungen weit \u00fcber hundermal dirigieren (12. September 1859 hundertf\u00fcnfundzwanzigste Auff\u00fchrung). Webers \u201eSilvana\u201c f\u00fchrte er 1855 \u00fcberhaupt zunl ersten Male in Dresden auf, ebenso Mozarts \u201eCosi fan tutte\u201c (in deutscher Sprache). Die neuesten Werke Lortzings, Nicolais (Lustige Weiber), Flotos, Aubers, Adams u. a. erschienen in Dresden. Dazu kamen im Jahre noch vier bis f\u00fcnf Neueinstudierungen guter \u00e4lterer Werke.<br \/>\nFerner wurde Reissiger 1856 oberster k\u00fcnstlerischer Leiter des Dresdner Konservatoriums und richtete 1858 die st\u00e4ndigen k\u00f6niglichen Sinfoniekonzerte ein. Am 1854 gegr\u00fcndeten, heute noch bestehenden Dresdner Tonk\u00fcnstlerverein hatte er reges Interesse, so da\u00df er dessen erstes Ehrenmitglied wurde.<br \/>\n&#8212;&#8212;-<br \/>\nAus den letzten Jahren sind noch einige sch\u00f6ne Erlebnisse mitzuteilen. Die Anh\u00e4nglichkeit an seine alte Leipziger Thomasschule bewies er 1854 durch Teilnahme an einer Versammlung alter Sch\u00fcler. In einem Briefe, vor dem Feste geschrieben, lesen wir: \u201eEndlich sind doch ein paar alte H\u00e4hne aufgetreten und haben eine Versammlung der alten Penn\u00e4ler angeregt. Hoffentlich kommt sie zustande.\u201c<br \/>\nEine andere Freude war ihm auch der Erfolg seines Oratoriums \u201eDavid&#8221;\u201a welches au\u00dfer in Dresden u. a. auch von der Berliner Singakademie (unter seiner \u201efeurigen\u201c Leitung) und in Erfurt aufgef\u00fchrt wurde. Eine Milit\u00e4rkapelle brachte ihm bei dem Besuche in Erfurt eine Morgenmusik mit einem Programm Reissigerscher Kompositionen dar, wor\u00fcber er nat\u00fcrlich sehr erfreut war. \u00dcber die Auff\u00fchrung des \u201eDavid\u201c selbst schreibt er allerdings, woraus sein berechtigter Stolz auf Dresden hervorleuchtct; \u201eNat\u00fcrlich mu\u00dfte ich, als verw\u00f6hntes Dresdner Kind, ein Auge zudr\u00fcckcn, mein Dresdner Orchesterglanz,. die Kraft, Pr\u00e4zision, Vortrag usw. usw.\u201c<!--nextpage--><\/p>\n<div class=\"notiz-s\">auf Seiten 89-91 :<\/div>\n<p>Ein gro\u00dfes Gl\u00fcck bedeutete ihm sein Familienleben. Er besa\u00df drei S\u00f6hne und eine Tochter. Die Briefe, die uns erhalten sind, zeugen von einer wahrhaft z\u00e4rtlichen Liebe zu seiner Familie. Leidet ein Glied an der geringsten Erkrankung, so ist er \u00e4ngstlich besorgt, Hand in Hand mit seiner Gattin, die in Dresden durch ihren Wohlt\u00e4tigkeitssinn bekannt war. Sie war streng kirchlich erzogen worden und hat vielleicht eine etwas \u00fcbetriebene Fr\u00f6mmigkeit ge\u00fcbt. Reissiger stellte ihr dann mit seinem gesunden Empfinden \u00f6fter in liebvollster Weise das rechte Ma\u00df vor Augen. Er schreibt einmal: \u201eDeine Bemerkung \u00fcber das Theatergehen kann ich gar nicht teilen . . Man mu\u00df alles mit Ma\u00df um, auch das Beten hat seine Zeit; es darf nie zur Gewohnheit werden, sonst wird es zum str\u00e4flichen Geplapper. Man prunke auch nicht damit, sondern befolge, was die Schrift sagt: wenn du betest, gehe in dein K\u00e4mmerlein usw. . . .\u201c An anderer Stelle sagt er: \u201eDer Genu\u00df ist durchaus nicht verboten, aber man soll sein Herz nicht daran h\u00e4ngen, soll die Macht \u00fcber sich haben, es ohne Schmerz ebensogut entbehren zu k\u00f6nnen. Wir sind ebenso zur Freude bestimmt, wie die Freude edel ist, und sollen genie\u00dfen und uns freuen mit den Freudigen. Aber die Hauptsache ist, da\u00df wir auch in der Freude ein dankbares Herz gegen Gott haben und nie vergessen, da\u00df alles von ihm k\u00f6mmt. Das Menschenleben w\u00e4re ja eine traurige Pilgerreise, wenn wir uns ganz der Freude und dem Vergn\u00fcgen verschl\u00f6ssen. Warum essen und trinken denn die \u00fcberspannt strengen und frommen Leute? Und warum sind sie solche Feinschmecker? Ist es nicht ebenfalls S\u00fcnde, Wein, delikate S\u00fc\u00dfigkeiten zu genie\u00dfen? Nein, nein, was Gott gibt, genie\u00dfe dankbar und m\u00e4\u00dfig. \u201eKurz, die ganze Sache bei Euch handelt sich immer nur um das Erlaubte und das Unerlaubte des Genusses, und das ist nicht abzuw\u00e4gen. Denke, wie weit eine solche strenge Erziehung von Jugend auf f\u00fchren w\u00fcrde. La\u00df einmal ein Kind nichts tun als beten, wohin w\u00fcrde es kommen?\u201c<br \/>\nDie Tochter Julie hatte besonders die musikalische Begabung vom Vater geerbt, und er liebte sie deshalb sehr. Sie war sp\u00e4ter in Dresden eine beliebte Klavierlehrerin.<br \/>\n&#8212;&#8212;-<br \/>\nIm Fr\u00fchjahr 1859, nachdem die Verm\u00e4hlungsteierlichkeiten am Hofe (Prinz Georg): vor\u00fcber waren, gebrauchte Reissiger die Kur in Karlsbad, um sich von einem 1858 erlittenen Schlaganfall, welcher scheinbar ohne Folgen geblieben war, zu kr\u00e4ftigen. Die Kur griff aber zu sehr an. Dennoch erholte er sich so weit wieder. da\u00df die \u00c4rzte ihm erlaubten, den Dienst in der Hofkirche wieder aufzunehmen (7. August 1859). Aber seine Kraft war gebrochen. Am 5. November 1859 dirigierte er noch die Litanei. Am 7. November wiederholte sich der Schlaganfall, der sein Leben beendete. Ein g\u00fctiges Geschick hatte ihn vor langer Krankheit bewahrt.<br \/>\nDie Ehrungen bei seinem Heimgange waren von seiten der Hoftheater und der Stadt sehr gro\u00dfe. Erw\u00e4hnt sei nur, dal\u00df ein von Reissiger komponierter im Nachla\u00df gefundener Trauergesang an der Ruhest\u00e4tte auf dem Trinitatisfriedhofe erklang, und seine Freunde Julius Rietz aus Leipzig, Reissigers Nachfolger, und Eduard Grell aus Berlin nach Dresden kamen, ebenso eine Abordnung der Leipziger Pauliner. Ein schroffer Gegensatz zu Reissigers Hingang bildete der festliche Glanz, in welchen Dresden gerade zurzeit anl\u00e4\u00dflich der Schiller-Jahrhundertfeier getaucht war. Reissiger hatte f\u00fcr die Vorfeier (am 9. November) noch eine Festouvert\u00fcre geschrieben.<br \/>\nDa zwei Wochen vorher auch Reissigers Freund Spohr abberufen worden war, so verband man Tonk\u00fcnstlerverein die musikalische Ged\u00e4chtnisfeier f\u00fcr beide. Die Hofkapelle gedachte seiner besonders in einem Sinfoniekonzert mit Reissigers Kompositionen und der von Reissiger selbst so geliebten Eroica-Sinfonie von Beethoven am Schlu\u00df. Besonders gedachten ferner seiner die Drey\u00dfigsche Singakademie durch Auff\u00fchrung des Mozartschen Requiems, die Robert Schumannsche Singakademie durch Reissigersche Werke (Requiem, Chor aus \u201eDavid\u201c und einige Motetten), der Allgemeine Dresdner S\u00e4ngerverein durch eine Gedenkrede, verfa\u00dft von Drobisch, gesprochen vom Hofschauspieler Sonntag) und Vortrag Reissigerscher M\u00e4nnerch\u00f6re. Auch das Leipziger Konservatorium veranstaltete eine Ged\u00e4chtnisfeier.<\/p>\n<div class=\"bild-links-s\">\n<p><img loading=\"lazy\" alt=\"Reissiger\" src=\"http:\/\/reissiger-stiftung.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/reissiger-carl-gottl-03a.jpg\" width=\"177\" height=\"253\" \/><\/p>\n<p class=\"psub\">(Quelle: Wikipedia)<\/p>\n<\/div>\n<p>Das dankbare Dresden ehrte Reissiger im Jahre 1875 durch Benennung einer Stra\u00dfe nach ihm. Sein Name ist auch im Wandelraum des ersten Ranges der Hofoper \u00fcber einem der Bogenfenster zu lesen. Die benachbarten Fenster\u00fcberschriften sind Marschner und Verdi. Sein Bildnis h\u00e4ngt im Dresdner Stadtmuseum, wie auch in anderen Museen (Eisenach).<br \/>\nVon den verschiedenen Bildern (Lithographie von Krisch, Wien; von Mayer, Druck von Hanfstengel, Stich von Dittmarsch, Stuttgart) ist die Photographie von Const. Schwendler-Dresden die beste.<!--nextpage--><\/p>\n<div class=\"notiz-s\">auf Seiten 91-92 :<\/div>\n<p>An Ehren und Auszeichnungen hat es Reissiger im Leben nicht gefehlt. Beim 300 j\u00e4hrigen Jubelfeste des Kgl. Orchesters (1848) wurde Reissiger als erstem s\u00e4chsischen Musiker die Auszeichnung der Verleihung des Ritterkreuzes vom Zivilverdienstorden zuteil und 1856 erhielt er vom Herzog Ernst von Koburg das Ritterkreuz des ernestinischenen Hausordens. Infolge seiner Autorit\u00e4t wurde er bei zahllosen Preisausschreiben zum Richter ernannt. Als Ehrendirigent fungierte er bei Musikfesten und Festvorstellungen seiner Opern. Die A. M. Z. ihn 1840 durch Ver\u00f6ffentlichung eines Faksimiles (neben Meyerbeer, Spohr, Mendelssohn). Verschiedene F\u00fcrstlichkeiten verehrten ihm goldene Dosen zur Erinnerung. In einem Faschingsspiel 1840 trat neben den Masken eines Haydn, Beethoven, Mozart, Weber,<br \/>\nMendelssohn u. a. auch die Maske; Reissigers mit auf , woraus man auf seine allgemeine Bekanntheit und Sch\u00e4tzung schlie\u00dfen kann. Die ber\u00fchmte Philharmonische Gesellschaft in London, die auch Wagner und Spohr eingeladen hatte, und f\u00fcr die Beethoven einst seine Neunte geschrieben hatte, lud auch Reissiger 1859 zur Direktion von Konzerten ein. In \u201eDeutschen Stammbuch\u201c, einem autographischen Album (Leipzig 1857) ist auch Reissiger vertreten mit einem \u201eCanon nell ottava\u201c, zu dem er das folgende Verschen schrieb: \u201eKannst mit Ausdruck du es zieren, wird&#8217;s die starre Form verlieren.&#8221; Wagner hatt in demselben Album das Lied der Walk\u00fcre niedergeschrieben. Von internationalem Rufe zeugen aber die Ehrenmitgliedschaften aus aller Herren L\u00e4nder, deren gro\u00dfe Liste hier nach Jahren geordnet folgt:<\/p>\n<p>1832 Drey\u00dfigsche Singakademie, Dresden.<br \/>\n1835 Niederl\u00e4ndische Gesellschaft zur F\u00f6rderung der Tonkunst.<br \/>\n1837 Gesellschaft der Musikfreunde des \u00f6sterreichischen Kaiserstaats.<br \/>\n1838 Musikverein Euterpe, Leipzig.<br \/>\n&#8230;&#8230;. Musikverein in Mannheim.<br \/>\n&#8230;&#8230;. Pester und Ofener Musikverein.<br \/>\n1839 Deutscher Nationalverein f\u00fcr Musik und i. Wissenschaft.<br \/>\n1841 Kgl. Svenska Musikaliska Akademien Stockholm.<br \/>\n&#8230;&#8230;. Kgl. Preu\u00df. Akademie der K\u00fcnste (wirkiches Mitglied).<br \/>\n1842 Norddeutscher Musikverein und Preisinstitut (Spohr, Krebs).<br \/>\n1843 Concordia-Gesellschft in Aachen.<br \/>\n&#8230;&#8230;. Congregazione E Academia bDi Maestri E Professori Di Musica Di Roma.<br \/>\n&#8230;&#8230;. Dom-Musikverein, zugleich Gr\u00fcnder des Mozarteums, Salzburg.<br \/>\n1844 Wiener Chorregentenverein.<br \/>\n&#8230;&#8230;. Th\u00fcringer S\u00e4ngerbund (19 Liedertafeln).<br \/>\n&#8230;&#8230;. Sociedade Philharmonica Portuense.<br \/>\n&#8230;&#8230;. Dresdner Orpheus.<br \/>\n&#8230;&#8230;. Mei\u00dfner Liedertafel.<br \/>\n1848 Karnevalgesellschaft zu K\u00f6ln (Roderich Benedix).<br \/>\n1852 Akademie der Tonkunst in Wien.<br \/>\n&#8230;&#8230;. Sophienakademie in Prag.<br \/>\n&#8230;&#8230;. Bamberger Liederkranz.<br \/>\n1853 K\u00f6lner M\u00e4nnergesangsverein.<br \/>\n1854 Dresdner Tonk\u00fcnstlerverein (erstes Ehrenmitglied).<br \/>\n1856 Robert Schumannische Singakademie zu Dresden.<br \/>\n&#8230;&#8230;. Baseler Liedertafel.<br \/>\n&#8230;&#8230;. W\u00fcrzburger S\u00e4ngerkranz.<br \/>\n&#8230;&#8230;. M\u00fcnchner Liedertafel.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem war Reissiger. nach bestimmter Aussage des Sohnes, des Herrn B\u00fcrgermeisiers Reissiger, Ehrenmitglied des Universit\u00e4ts-S\u00e4nger-Vereins zu St. Pauli in Leipzig, obwohl sich keine Urkunde findet, und der Dresdner Liedertafel. Prof. Dr. Kietz. der bekannte Dresdner Bildhauer und Sch\u00fcler Rietschels, schuf 1882 ein Medaillon mit dem Kopfe Reissigers. Der Thorvaldsen-Sch\u00fcler Wollf hatte bereits 1824 vom jungen Reissiger ein Reliefbild geschaffen. Ein Reissiger gewidmetes Albumblatt des Klaviervirtuosen Thalberg zeugt ebenso von der Beliebtheit Reissigers bei seinen Zeitgenossen.<br \/>\nEin von zirka drei\u00dfig Herren, unter anderen von dem Komponisten Reinhold Becker und dem Musikschrifsteller O. Schmid unterzeichneter Aufruf f\u00fcr ein Denkmal im Geburtsorte Reissigers vom Jahre 1890 hatte leider keinen Erfolg. Doch wurde wenigstens am hundertsten Geburtstage am Geburtshaus Reissigers in Belzig eine Tafel enth\u00fcllt, was f\u00fcr; den ganzen Ort ein gro\u00dfer Festtag war.<!--nextpage--><\/p>\n<div class=\"notiz-s\">auf Seiten 92-94 :<\/div>\n<p>\u00dcberblicken wir noch einmal das gesamte Leben Reissigers, so ergibt das Fazit eine Riesenlebensarbeit. Dem Komponisten ist im folgenden Kapitel noch ein gesonderter Abri\u00df gewidmet. Als Dirigent aber k\u00f6nnen wir von ihn sagen, da\u00df er nach dem Grundsatz: \u201e\u00c4ltestes bewahrt mit Treue, freundlich aufgefa\u00dft das Neue\u201c durch meisterhafte Darstellung der klassischen Werke das \u00fcberkommene Erbe bewahrt und gemehrt hat, denn erst durch Reissiger bekommen dieselben eine dauernde Heimst\u00e4tte in Dresden, und ferner durch die t\u00e4tige F\u00f6rderung der neuen Erscheinungen seiner Kunst den Anschlu\u00df an die Jugend nicht vers\u00e4umte\u201a wenn auch manchmal sp\u00e4ter nicht die erhofften Fr\u00fcchte wuchsen. Er konnte beides verbinden nur infolge seiner umfassenden Fach- und Allgemeinbildung. Von einem damaligen Kapellmeister wurden noch bedeutende kompositorisch-technische Kenntnisse verlangt w\u00e4hrend heute das Naturgesetz der Arbeitsteilung, welche ja eigentlich Fortschritt bedeutet, doch dem Extrem der vollst\u00e4ndigen Verk\u00fcmmerung der rein theoretischen Kenntnisse Vorschub leistet. Reissiger war ein t\u00fcchtiger Praktiker und daher vorz\u00fcglicher Erzieher des Orchesters. \u201eUnter ihm bem\u00e4chtigte sich der Spielenden ein unbegrenztes Gef\u00fchl der Sicherheit und Ruhe.\u201c Als Dirigent beherrschte er alle Stilarten von der bl\u00fchenden Melodik der Italiener (Rossini, Verdi), \u00fcber die rhythmisch grazi\u00f6sen (Auber) und pathetisch erhabenen (Hal\u00e9vy) Franzosen bis zur tiefen deutschen Kunst (Bach, Beethoven).\u201eDie Gabe klaren Verst\u00e4ndnisses der Intentionen der verschiedensten Komponisten lassen ihn als einen der ersten Dirigenten erscheinen\u201c Die Gewissenhaftigkeit der Amtsf\u00fchrung bewies er immer auch bei der Beurteilung eingereichter Opern, deren Zahl im Jahre manchmal acht bis zehn betrug.<br \/>\nGeno\u00df er auch als Musiker internationalen Ruf, tiefere Wurzeln hat doch seine \u00f6rtliche Bedeutung f\u00fcr Dresden geschlagen. Unter seiner obersten F\u00fchrung wandelte sich Dresden aus einer welschen in eine deutsche Musikstadt, und es ist daher nicht anma\u00dfend, wenn man in der Entwicklung des Dresdner Musiklebens von einer \u00c4ra Reissiger spricht.<br \/>\n&#8212;&#8212;-<br \/>\nEs ist dankbar, auch den Nebenm\u00e4nnern der Gro\u00dfen einmal eine Sonderbetrachtung zu widmen. Erstens stellt sich vielfach dabei heraus, da\u00df diese doch nicht nur als Folie f\u00fcr den Glanz der Gr\u00f6\u00dferen anzusehen sind, sondern da\u00df auch sie eigene Werte besitzen; andererseits f\u00e4llt auf die Zeitumst\u00e4nde und Umgebung der Gro\u00dfen ein deutlicheres Licht, da wir in den Nebenm\u00e4nnern gerade die Bereiter des Bodens f\u00fcr die ersteren vor uns haben. Ihre Nichtber\u00fccksichtigung w\u00fcrde die Zeit einseitig widerspiegeln. Im Falle Reissiger hat sich sogar ergeben, da\u00df das landl\u00e4ufige Urteil um einige Grade zu ver\u00e4ndern ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>auf Seiten 87-89 : Eine Freude erlebte Reissiger im Jahre 185l. Er feierte das 25 j\u00e4hrige Amtsjubil\u00e4um, wobei er vom Orchester einen silbernen Taktsiock als \u201eSymbol des echt human in Treue und Pflicht gleichbleibenden Taktes\u201c, \u201edaf\u00fcr, da\u00df er stets das wahre Wohl und die Ehre der Kapelle im Auge gehabt habe\u201c, \u00fcberreicht bekam. 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